Italien

Die Landshuter Weinfreunde richten ihren Blick vor allem auf Italien und hier besonders auf Südtirol. Das hat wohl vor allem mit der Nähe zu Italien und selbstredend mit den vielen (schönen) Urlaubserfahrungen zu tun. Italien ist beinahe so etwas, wie eine zweite Heimat, und über seine Heimat denkt man nicht viel nach, sie ist einfach da, sie gehört zum alltäglichen Leben, und deswegen analysieren wir sie nicht, wie wir es etwa mit Frankreich oder Spanien tun. Doch, wenn es um Weine geht, sollte man das vielleicht doch ab und zu machen, jedenfalls dann, wenn man auf Entdeckungen aus ist.

Was ist also mit diesem Italien? Es produziert 50 Millionen Hektoliter Wein! Das sind etwa 20% der Weltweinproduktion, also ungefähr so viel, wie das Weinland Frankreich, aber unter völlig anderen Bedingungen: Bevor Italien 1871 endgültig vereinigt wurde, waren weite Teile von Spaniern, Franzosen, Österreichern und dem Kirchenstaat besetzt und mussten, so gut, wie jedes Jahr zerstörerische Kriege erdulden – aber Wein braucht Frieden und Wohlstand! Italien war, ganz im Gegensatz zu Frankreich mit seinem Bordeaux und Burgund, bis in die Neuzeit hinein ein zerrissenes Land und konnte sich erst ab dem 19. Jahrhundert mit systematischem Weinbau befassen. Man begann damit zuerst in der Toscana und im Piemont, weswegen Chiantiweine und Barolos als Allererste berühmt geworden sind, aber dieser Prozess ist bei weitem nicht abgeschlossen, und so gibt es noch heute ganze Regionen, wo es schwierig ist, hochkarätige Tropfen zu finden. Italien ist ein schwieriges Weinland für die Weinhändler und deren Kunden.

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